Alte Zöpfe abschneiden

Das Thema Fachkräftemangel hat mittlerweile einen Riesen Bart, wie aber können wir es hier zulande schaffen diesen Bart in Form zu bringen oder besser gesagt die Alten Zöpfe abzuschneiden?

Auf unserem Arbeitsmarkt herrscht mittlerweile ein heilloses Durcheinander. Auf der einen Seite heißt es, dass die Arbeitslosenquote, angesichts der wirtschaftlichen Misere, kommendes Jahr steigen wird, aber auf der anderen Seite fehlt es an Fachkräften in den unterschiedlichsten Branchen. Unternehmen müssen ihre Pforten schließen, weil es entweder keine Nachfolge gibt oder es an Fachkräften fehlt. Des Weiteren ist da noch der Demographie-Wandel, welcher uns in den nächsten Jahren stark beschäftigen wird.

Die geburtenstarken Jahrgänge gehen in Rente und Ruhestand. Derweil versucht man schon jetzt, mit attraktiven Angeboten, genau diese Babyboomer länger in Lohn und Brot zu halten um weiterhin von deren Erfahrung zu partizipieren. Auf der anderen Seite fehlt es an Neuzugängen auf dem Arbeitsmarkt. Es ist also eine ganz einfache mathematische Gleichung, was mit unserer Rente, sowohl heute als auch morgen geschehen wird. Ein Fakt ist, dass auch ohne Betrachtung der Demographie, bereits jetzt in fast jeder Branche Fachkräfte fehlen. Eine Studie zeigt, dass rund 40% der Deutschen in einem Beruf arbeiten, der unter Fachkräftemangel leidet. Die betroffenen Branchen verlieren auch weiterhin Fachkräfte - also Branchen mit der höchsten Personalnot verlieren Arbeitskräfte.

              

Keine gute Entwicklung. Was also tun? Vielleicht muss es doch der Markt regeln. Bessere Bezahlung, bessere Arbeitsbedingung? „New Work“ auch in Berufen, die sich dafür auf den ersten Blick nicht eigenen?
Dass die Zeiten auf Wandel stehen, ist uns nicht erst seit gestern bekannt und bewusst. Die Corona-Pandemie hat vieles beschleunigt. Homeoffice wurde zur treibenden Kraft, zeitgleich gab es aber auch in jeder Branche große Rückgänge an Auftragseingängen. Firmen gingen in Kurzarbeit und jetzt beginnt die daraus resultierende Flut der Insolvenzen. Dies führt in der Schlussfolgerung dann dazu, dass der komplette Arbeitsmarkt sich schneller und herausfordernder entwickelt als vor der Pandemie.

Wie sieht die Arbeitswelt, Werte, Erwartungshaltung, technologische, ökonomische, soziale und kulturelle Veränderung also aus? Um die Fachkraft von morgen zu finden, sollte man zuerst mal die Struktur im eigenen Unternehmen prüfen und dementsprechend anpassen, bzw. aufbauen. In einem unserer Work Shops berichten die Teilnehmer, dass Veränderung dringend notwendig ist.
Eine innere Haltung, ein gemeinsames Verständnis von Zusammenarbeit und Führung wird es zukünftig brauchen. Ebenso braucht es Orte, Kulturen und Rahmenbedingungen, in denen das Neue wirklich entstehen darf. Dazu zählen auch die passende Immobilie und die Büroausstattung.

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Wir werden erst Fachkräfte finden, wenn wir das Chaos von innen heraus beseitigen – bereits im Kern. Fachkräfte müssen Unternehmen vorfinden, in denen Führung in der komplexen Arbeitswelt gelebt wird. Denn Führung verlangt heute mehr als nur fachliche Expertise. Führungskräfte stehen vor Aufgaben in unsicheren und wirtschaftlich sehr dynamischen Zeiten. Ebenso müssen sie Orientierung schaffen und gleichzeitig dazu ein Umfeld kreieren, in welcher sich jede Generation wohlfühlt und seinen Platz findet.

Mitarbeitende müssen selbstbestimmt und motiviert arbeiten können. Damit neue Fachkräfte sich entfalten können und ältere Generationen, wie auch Rentner die über den Ruhestand hinaus dem Unternehmen erhalten bleiben wollen, sich wohl fühlen. Wir sollten auch darüber nachdenken in den eigenen Reihen nach Fachkräften zu suchen, Talente in den eigenen Reihen fördern. Es gibt Mitarbeiter in Unternehmen, die sich über Jahre in Ihrer eigentlichen Arbeitsrutine unwohl fühlen, dabei gäbe es die Möglichkeit genau diesen Mitarbeiter zu stärken. Ihn in einem anderen Aufgabengebiet zu entwickeln und zu integrieren.

Oft erkranken Mitarbeiter als Zeichen des Unwohlseins im eigenen Unternehmen. Wenn unser Immunsystem krankt, denkt man zuerst nicht daran, dass sich der Mitarbeiter vielleicht in seiner jetzigen Position nicht wohlfühlt. Dies drückt sich dann oft in immer wieder kehrenden Erkrankungen aus.

Menschen sind am effektivsten, wenn man sie fordert und fördert mit dem Ziel, sie zu einer stärkenorientierten Zusammenarbeit hinzuführen. Auch spiegeln die Einrichtung und Ausstattung die Zufriedenheit innerhalb eines Unternehmens. Man freut sich doch, wenn man in ein Unternehmen kommt, in dem „Wohlfühlräume“ da sind, um sich den Tag über wohl zu fühlen – eine unschätzbare Wertschätzung der Mitarbeiter. Die mentale Gesundheit ist ebenfalls eine zentrale Ressource für Leistungsfähigkeit, Motivation und Wohlbefinden. Letztendlich muss sich die Arbeitswelt erst mal wieder erholen und wir müssen am Ball bleiben in unseren eigenen Reihen die Augen und Ohren offenhalten. Kümmern wir uns doch erst mal um die vorhandene Belegschaft. Richtet Euch so ein, dass man sich wohlfühlt und genau diese Arbeitshaltung wird dazu führen, dass Fachkräfte den Weg genau in diese Unternehmen finden werden.

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Kategorien: Gesundes Büro